Abendvortrag: Das Hänigser Teerkuhlenmuseum

23.10.2019 um 19:00 Uhr

Zeugnis für fast 500 Jahre Erdölgewinnung am Rande des Gifhorner Troges.

Referent: Dr. Thomas Degro

 

Die Hänigser Teerkuhlen werden erstmalig 1546 bei Georg Agricola in einem geologischen Fachbuch erwähnt. Neben den Gruben in Wietze, Edemissen und Oberg zählen sie zu den ältesten urkundlich erwähnten Erdölvorkommen in Norddeutschland. Über Jahrhunderte wurde aus zwei bis drei Meter tiefen Gruben, die mit Eichenbalken ausgezimmert waren, das dickflüssige Erdöl , auch „Hänigser Teer“ genannt, abgeschöpft und nicht nur als Wagenschmiere sondern auch als Heilmittel für Mensch und Tier in der Region verkauft.

 

Auf dem Kuhlenberg wurde 1860/61 direkt im Anschluss an die erste deutsche Ölbohrung in Wietze die Hunäus II auf eine Endteufe von 55m niedergebracht. Allerdings verzeichnete die Bohrung nur geringe Ölzuflüsse, die jedoch Anlass zu einer fortgesetzten Bohrkampagne nach Norden entlang der Ostflanke des Salzstockes Nienhagen-Hänigsen gaben. Aber erst nach der Jahrhundertwende (1907-1921), also ca. 20 bzw. fast 40 Jahre nach dem Ölrausch in Wietze und Edemissen-Ölheim, erfolgten die entscheidenden Schritte zur Erschließung der Lagerstätten Hänigsen-Nienhagen, die dieses Revier in einem wahren Boom bis zum Beginn der ersten Weltkrieges zur wichtigsten Ölprovinz im Deutschen Reich werden ließen. Die o.g. Orte mit historischen Teergruben stellen auch die Keimzellen der heimischen Ölindustrie dar.


In dem Abendvortrag wird an ausgesuchten „Highlights“ auf Höhen und Tiefen der etwa 100 Jahre dauernden Erschließung der Ölvorkommen rund um den Hänigser Salzstock, beginnend mit der Hunäus II an den Teerkuhlen bis zum Abteufen der Rekordbohrung KLBG 6a, eingegangen. So werden getreu dem Motto „ vor der Hacke ist es duster“ sowohl unerwartete positive Überraschungen wie der „zweite Hänigser Frühling“ mit 64 Folgebohrungen nach einem jungfräulichen Ölfund in einer Wasserinjektionsbohrung als auch Sackgassen wie die abgebrochenen Pläne zur bergmännischen Gewinnung im Forstort Brand nach Wietzer Vorbild vorgestellt. Der Rausch des Erfolges und bittere Enttäuschung lagen oft sehr nahe beieinander.

 

Der Eintritt für den Vortrag beträgt 4,00 Euro, Mitglieder haben freien Eintritt.

 

 

Veranstaltungsort

Deutsches Erdölmuseum Wietze

Schwarzer Weg 7 - 9
29323 Wietze

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